Schmerzen, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen entstehen selten „einfach so“. Neben Fehlbelastungen, Bewegungsmangel oder Verletzungen spielt ein oft unterschätzter Faktor eine große Rolle: deine Ernährung.
Gerade in der Physiotherapie zeigt sich immer wieder, dass Heilungsverläufe deutlich positiv beeinflusst werden können, wenn Ernährung und Therapie zusammengedacht werden.
In diesem Beitrag erfährst du, wie entzündungshemmende Ernährung deine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll unterstützt, warum sie bei Schmerzen, Regeneration und Training eine Rolle spielt – und wie du im Alltag ganz konkret davon profitieren kannst.
Entzündungen sind zunächst nichts Negatives. Sie gehören zu den natürlichen Heilungsprozessen deines Körpers. Nach einer Verletzung oder Überlastung sorgt eine Entzündungsreaktion dafür, dass geschädigtes Gewebe repariert wird.
Problematisch wird es, wenn:
• Entzündungen dauerhaft bestehen bleiben
• sie sich „still“ im Körper halten (chronisch niedriggradige Entzündungen)
• sie Heilungsprozesse verlangsamen oder Schmerzen aufrechterhalten
Genau hier kommt die Ernährung ins Spiel.
Viele Beschwerden, mit denen Patient:innen in die Physiotherapie kommen – z. B. Rücken-, Schulter- oder Gelenkschmerzen – sind nicht nur mechanisch, sondern auch biochemisch geprägt. Bestimmte Nahrungsmittel können Entzündungsprozesse fördern oder bremsen.
Eine gezielte Ernährung kann:
• Entzündungsreaktionen reduzieren
• Muskelregeneration beschleunigen
• Schmerzen positiv beeinflussen
• die Belastbarkeit im Training erhöhen
• Heilungszeiten verkürzen
Physiotherapie wirkt am besten, wenn dein Körper optimale Voraussetzungen für Regeneration hat.
Ohne Verbote, aber mit Bewusstsein: Einige Lebensmittel begünstigen entzündliche Prozesse im Körper, vor allem bei regelmäßigem Konsum.
Dazu gehören unter anderem:
• stark verarbeitete Lebensmittel
• Zucker und zuckerreiche Getränke
• Weißmehlprodukte
• stark verarbeitete Fleischwaren
• große Mengen gesättigter Fettsäuren
• übermäßiger Alkoholkonsum
Diese Nahrungsmittel können Entzündungsbotenstoffe fördern und damit Schmerzen sowie Heilungsverläufe negativ beeinflussen.
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv gegensteuern. Eine entzündungshemmende Ernährung ist keine Diät, sondern eine langfristige, alltagstaugliche Ernährungsweise.
Besonders hilfreich sind:
Sie wirken entzündungsregulierend und unterstützen Gelenke sowie Muskeln.
Diese Stoffe helfen, Entzündungen zu bremsen und Zellen zu schützen.
Gerade bei Training und physiotherapeutischen Übungen ist eine ausreichende Eiweißzufuhr entscheidend.
Schon kleine Mengen im Alltag können einen positiven Effekt haben.
Du musst deine Ernährung nicht komplett umstellen, um positive Effekte zu spüren. Oft reichen kleine Schritte:
• Trinke ausreichend Wasser über den Tag verteilt
• Baue zu jeder Mahlzeit Gemüse ein
• Tausche Weißmehl öfter gegen Vollkorn
• Nutze Olivenöl statt stark verarbeiteter Fette
• Plane eiweißreiche Mahlzeiten an Trainingstagen
Kleine Veränderungen haben langfristig große Wirkung – besonders in Kombination mit Physiotherapie.
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Physiotherapie endet nicht auf der Behandlungsliege. Bewegung, Training, Regeneration und Ernährung gehören zusammen. Eine entzündungshemmende Ernährung kann Schmerzen reduzieren, Heilungsprozesse unterstützen und deine Therapie nachhaltiger machen. Wenn du deine Beschwerden langfristig verbessern möchtest, lohnt es sich, den Blick über Übungen hinaus zu erweitern – dein Körper arbeitet immer als Ganzes.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Entzündungshemmende Ernährung – Grundlagen und Empfehlungen.
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World Health Organization (WHO) Healthy diet – Fact Sheet.